Spiekerstraße
Postleitzahl: 15230
Straßenschlüssel: 00312
Spiekerstraße
Inkraft getreten: 1925
Postleitzahl:
- 15230
Stadtgebiet:
- 12 - Gubener Vorstadt
Ehemalige Straßennamen:
- Kleine Bahnhofstraße, 1863-1925
Erläuterung aktueller Straßenname:
Christian Wilhelm Spieker wurde am 17. April 1780 in Brandenburg an der Havel geboren. Spieker war Theologe und Schriftsteller und als Oberpfarrer von St. Marien und Superintendent tätig. Er gehörte gelehrten Gesellschaften und der Framkfurter Freimaurerloge an. Spieker hatte eine Professur für Theologie an der Viadrina inne. Nach dem Weggang der Universität 1811 nach Breslau wurde er in die neu gegründete Schul-Deputation gewählt und Stadtschulinspektor. Im selben Jahr rief Spieker das ,,Frankfurter Patriotische Wochenblatt" ins Leben. Teile der Erlöse kamen der Armenkasse und dem evangelischen Waisenhauses zu Gute. Später ging daraus die Frankfurter Oder-Zeitung hervor. Spiekers literarisches Schaffen umfasste Biographien, Reiseschilderungen, Jugendbücher und Gedichte. Gemeinsam mit der Evangelischen Kirche gründete er am 01. Oktober 1835 einen Verein für die Kleinkinder – Bewahranstalten in Frankfurt (Oder), einen Vorläufer der heutigen Kindergärten. Er hielt 1853 die Festpredigt beim 600-jährigen Stadtjubiläum. 1854 verlieh ihm die Stadt Frankfurt (Oder) die Ehrenbürgerschaft. Verdienste erwarb sich Christian Wilhelm Spieker, ein Anhänger Friedrich Ludwig Jahns, durch den Einsatz für das Frankfurter Turnwesen. Er förderte Liedertafel, Singakademie und Bewahrung der Heimatgeschichte. So legte Spieker die Ergebnisse seiner Forschungen in seiner 1853 zur Sechshundertjahrfeier erscheinenden „Geschichte der Stadt Frankfurt an der Oder“ nieder. Es folgte die „Geschichte der Marienkirche“. Spieker verstarb am 10. Mai 1858 in Frankfurt(Oder). Er fand auf dem Alten Friedhof, dem heutigen Kleistpark, seine letzte Ruhe.
Geschichtliche Entwicklung:
Seit 1842 führt Frankfurts erste Eisenbahnlinie in das etwa 80 Kilometer entfernte Berlin. Der zunächst an der heutigen Briesener Straße gelegene Bahnhof wurde nach Verlängerung der Strecke nach Breslau 1846 in die Nähe seines jetzigen Standorts verlegt. Dieser liegt südwestlich der ehemaligen Altstadt und ca. 30 Meter höher als diese. Die Straßenverbindung über die 1846 schon verhandene Fürstenwalder Straße (heute Heilbronner Straße). Von dort zweigte eine (brandenburgische Verhältnisse) außerordentlich steile Straße ab, die 1863 den Namen Bahnhofstraße erhielt. Seit 1898 führt hier auch die Straßenbahn zum Bahnhof. Eine davon ostwärts abzweigende und bis zur Hangkante führende Sackgasse erhielt (vermutlich ebenfalls 1863) den Namen Kleine Bahnhofstraße. Seit 1925 trägt sie den Namen Spiekerstraße.