Stresemannstraße

Straßenschlüssel: 07108
Stresemannstraße

Inkraft getreten: 1948, Außerkraft getreten: 1964

Ehemalige Straßennamen:

Erläuterung aktueller Straßenname:

Stresemannstraße: Gustav Ernst Stresemann wurde am 10. Mai 1878 in Berlin geboren. Er war ein deutscher Staatsmann und Politiker während der Zeit der Weimarer Republik. Ursprünglich wollte er Journalist werde, studierte dann Literatur und Geschichte, später Nationalökonomie und Staatswissenschaften. Nach Studienabschluss und Promotion arbeitete Stresemann als Interessenvertreter und Rechtsberater beim Verband der Schokoladenfabrikanten in Dresden. Er war verheiratet und hatte zwei Kinder. Beruflich stieg er weiter auf innerhalb der Industriellenverbände. Seine Tätigkeit trug entscheidend zur Bildung von Arbeitgeberverbänden ein. Für die Nationalliberale Partei saß Stresemann im Dresdner Stadtrat. Außenpolitisch war er auf der aggressiven Politiklinie des Kaisers, die er auch im Verlauf des I. Weltkriegs vertrat. Er war mit Unterbrechungen Reichstagsmitglied. 1918 begründete Stresemann die Deutsche Volkspartei(DVP) mit. Er war Gegner der Versailler Verträge. 1923 wurde Reichskanzler und übernahm zusätzlich das Außenministerium, welches er bis zu seinem Tod innehatte. Er trug zur Verbesserung der Beziehung mit Frankreich bei und erhielt 1926 zusammen mit seinem französischen Amtskollegen Aristide Briand den Friedensnobelpreis. Als Reichskanzler im Krisenjahr 1923 musste er zahlreiche Probleme bewältigen, wie das Ende der Ruhrbesetzung oder Umsturzversuche der extremen Rechten und Linken. Aber auch die Stabilisierung der deutschen Währung fiel in diese Zeit. Als Außenminister in unterschiedlichen trug er zur Normalisierung der Beziehungen zu Frankreich bei. Sein Ziel war das Ende der außenpolitischen Isolation Deutschlands und eine friedliche Revision der Versailler Verträge. Entscheidend wirkte er 1924 am Zustandekommen des Dawes-Plans mit. Ebenso trug er 1926 zur Aufnahme des Deutschen Reiches in den Völkerbund bei. Gustav Stresemann verstarb am 03. Oktober 1929 in Berlin. Am 7. April 1918 und am 6. Dezember 1924 hatte Stresemann Frankfurt(Oder) besucht.

Geschichtliche Entwicklung:

Zwischen 1567 und 1706 trug der westliche Abschnitt parallel zum heutigen Marktplatz zwischen (Großer) Oderstraße und Großer Scharrnstraße die Bezeichnung ,,Am Ringe“. Der östliche Teil zwischen Oderstraße und Holzmarkt hieß zwischen 1567 und 1683 Giebelgasse. Nach 1683 trug er den Namen ,,Junkergasse“, welcher zwischen 1706 und 1809 für die ganze Straße galt. Von da an bis 1948 hieß die Straße Junkerstraße. Diese benannte man 1948 in Stresemannstraße um. Letztmalig wechselte der Straßenname 1965. Seitdem lautet dieser ,,Carl-Philipp-Emanuel-Bach-Straße". Allerdings war die Benennung nicht eindeutig erfolgt, so dass oft das ,,Carl" weggelassen wurde. Deshalb brauchte es einen Beschluss von 1994, um Eindeutigkeit herzustellen.