Tirpitzstraße
Straßenschlüssel:
Tirpitzstraße
Inkraft getreten: 1920, Außerkraft getreten: 1948
Ehemalige Straßennamen:
- 1948-1976 Friedrich-Naumann-Straße
- seit 1976 Otto-Nagel-Straße
Erläuterung aktueller Straßenname:
Tirpitzstraße: Alfred Peter Friedrich Tirpitz (ab 1900 von Tirpitz) wurde am 19. März 1849 in Küstrin geboren. Tirpitz war deutscher Großadmiral, Staatssekretär im Reichsmarineamt und Politiker. Der Sohn eines preußischen Justizrates wurde am 12. Juni 1900 in den Adelsstand erhoben. Tirpitz war Mitglied der Freimaurerloge ,,Zum aufrichtigem Herzen“ in Frankfurt(Oder), wo er seine Jugend- und Schuljahre verbracht hatte. 1865 trat Alfred Tirpitz im Rang eines Kadetten in die Preußische Marine ein. Diese wurde 1867 zur Marine des Norddeutschen Bundes. Tirpitz wurde 1869 zum Unterleutnant zur See, 1872 Leutnant zur See und 1875 Kapitänleutnant. Nach dem ersten Kommandantenposten auf dem Torpedofahrzeug I. Classe ,,Zieten“ beförderte man ihn 1881 zum Korvettenkapitän und schließlich 1888 Kapitän zur See. 1895 erreichte er mit der Beförderung zum Konteradmiral die Admiralsränge. Es folgten 1899 der Vizeadmiral und 1903 wurde Alfred Tirpitz Admiral. Bereits 1897 übernahm Tirpitz die Leitung des Reichsmarineamtes im Rang eines Staatssekretärs. Mit Allerhöchster Kabinetsorder wurde ihm 1911 Rang und Titel eines Großadmirals verliehen. Seine militärische Karriere endete am 15. März 1916 mit dem erzwungenen Eintritt in den Ruhestand. Großadmiral Alfred von Tirpitz war somit Begründer der deutschen Hochseeflotte. Politisch war Alfred von Tirpitz ein erbitterter Gegner von Parlamentarisierung und Demokratisierung. Der nach ich benannte ,,Tirpitz-Plan“, beinhaltete die Schaffung einer unbesiegbaren Reichsflotte, um die britische Vormachtstellung auf den Weltmeeren zu brechen. Spätestens ab 1905 war klar, dass dieses Vorhaben undurchführbar. Die ersten Jahre als neu ernannter Staatssekretär und Chef des Reichsmarineamtes nutzte Tirpitz, um seine persönliche Machtposition auszubauen. Tirpitz war strikt gegen eine Verständigung mit Großbritannien, was ihn in Konflikt mit Bethmann-Hollweg brachte. Die Flotte konnte im Weltkrieg so gut wie keine von Tirpitz gewünschte Wirkung entfalten. Seinem Entlassungsgesuch im März 1916 wurde entgegen seiner Absicht angenommen. Tirpitz wandte sich der Politik zu und begründete 1917 die nationalistisch gesinnte Vaterlandspartei mit, deren Vorsitzender er auch war. Ziel dieser Partei war quasi die Umwandlung Deutschlands in eine rechte Militärdiktatur. (Was das Land zu jenem Zeitpunkt de facto bereits war). Von 1924 an war Tirpitz Abgeordneter der Deutschnationalen Volkspartei Reichstagsabgeordneter. 1928 schied er aus dem Reichstag aus und zog sich ins Privatleben zurück. Alfred von Tirpitz starb am 6. März 1930 in Ebenhausen bei München. Seine Grabstätte von befindet sich auf dem Waldfriedhof in München.
Geschichtliche Entwicklung:
In den späten 1920er- und 1930er dehnte sich die Bebauung in der Nuhnenvorstadt(West) auch nördlich der Hindenburgstraße (heute August-Bebel-Straße) zwischen den Kasernenkomplexen aus. Auf dem Stadtplan von 1925 findet man die Tirpitzstraße. Diese verlief parallel zur Artilleriekaserne (,,Rote Kaserne"). 1948 wurde sie in Friedrich-Naumann-Straße umbenannt. Seit 1975 heißt sie Otto- Nagel-Straße.