Wallensteinstraße
Postleitzahl: 15232
Straßenschlüssel: 00336
Wallensteinstraße
Inkraft getreten: 1991
Postleitzahl:
- 15232
Stadtgebiet:
- 23 - Neuberesinchen-Süd
Ehemalige Straßennamen:
- Heinrich-Rau-Straße, 1982-1991
Erläuterung aktueller Straßenname:
Albrecht Wenzel Eusebius von Waldstein, genannt Wallenstein wurde am 24. September 1583 im böhmischen Hermanitz (heute Heřmanice, Tschechien) als Sohn eines niedrigen Adelsgeschlechts geboren. Wallenstein war Feldherr, Generalissimus und Kriegsunternehmer. 1604 trat er in die Armee Kaiser Rudolfs II. In jener Zeit konvertierte der junge Wallenstein zum Katholizismus. Wallenstein eignete sich zahlreiche militärische Fähigkeiten an. Später wurde er Kämmerer beim Bruder des Kaisers. 1609 heiratete er eine wohlhabende Witwe, was ihm umfangreiche Grundherrschaft in Mähren einbrachte. Aus dem Widerstand der evangelischen Böhmischen Stände entwickelte sich 1618 der30-jährige Krieg. Wallenstein, von den mährischen Ständen ausgeschlossen, schloss sich dem Kaiser an. Er bot an auf eigene Kosten ein Regiment aufzustellen. In einer der ersten Schlachten gegen die Truppen des Grafen von Mansfeld konnte man dessen Kriegskasse erbeuten. Im Verlaufe des Krieges warb Wallenstein wiederholt auf eigene Kosten Truppen an und stellte sie Ferdinand zur Verfügung. Der zahlte seine Schulden durch Zuweisung von Grundbesitz ab. Zudem wurde Wallenstein Beteiligter am Prager Münzkonsortorium, wodurch er unschätzbaren Gewinne erlangt haben soll. 1622 erlangte Wallenstein den Titel Herzog von Friedland und wurde ein Jahr darauf in den Reichsfürstenstand erhoben. 1625 wurde Wallenstein Generalissimus für die Kaiserlichen Truppen. 1627 und 1628 weilte Wallenstein auch in Frankfurt an der Oder. Indes hatte dieser eigene Regimenter mit weit über 20.000 Mann auf eigene Kosten zusammengestellt, deren Unterhaltung nur durch in allen Reichslanden erhobene Kontributionen gewährleistet wurde. Nach dem Ausschalten des dänischen Königs als Kriegsgegner wurde Wallenstein 1628 mit dem Herzogtum Mecklenburg belehnt als Ausgleich für die Gelder, die ihm der Kaiser schuldete. Indes hatte er sich den Unwillen zahlreicher anderer Reichsfürsten zugezogen, denen der Emporkömmling Wallenstein zu mächtig wurde. Sie erwirkten, dass der Kaiser ihn auf dem Reichstag zu Regensburg vorübergehend 1630 entließ. Nachdem Geheimverhandlungen mit den Schweden bekannt wurden, folgte eine Hochverratsklage. Er zog sich nach Eger zurück, wo er am 25. Februar 1634 von irischen und schottischen Söldnern während eines inszenierten Festbanketts ermordet wurde.
Geschichtliche Entwicklung:
Der Stadtteil Neuberesinchen entstand seit 1977 auf einer Fläche, die im Norden von der Großen Müllroser Straße, im Westen vom Gelände des Lutherstifts und des Hauptfriedhofs, im Süden von der Eisenbahnlinie nach Grunow und im Osten von der Eisenbahnlinie nach Guben begrenzt wird. Dort fanden sich bis dato Felder, Gärten und eine lockere Eigenheimbebauung. Westlich der ehemalige Baumschule Heinrich Jungclaussen entstand ab den frühen 1980er-Jahren der vierte und größte Wohnkomplex Neuberesinchens. Eine Erschließungsstraße im Südteil des IV. Wohnkomplexes erhielt 1982 den Namen ,,Heinrich-Rau-Straße". Diese wurde 1991 in ,,Wallensteinstraße" umbenannt.