Werner-von-Siemens-Straße (Markendorf)

Postleitzahl: 15236

Straßenschlüssel: 00572
Werner-von-Siemens-Straße (Markendorf)

Inkraft getreten: 1976

Postleitzahl:

  • 15236

Stadtgebiet:

  • 54 - Markendorf

Ehemalige Straßennamen:

  • Ringstraße, 1993-2007

Erläuterung aktueller Straßenname:

Ernst Werner Siemens, ab 1888 von Siemens wurde am 13.Dezember 1816 in Lenthe im Königreich Hannover geboren. Siemens war ein deutscher Erfinder, Elektroingenieur und Industrieller. Der Vater war Gutspächter. So musste Werner siebenjährig mit den Eltern und Geschwistern auf das Gut Menzendorf in Mecklenburg ziehen. Nachdem er zunächst von Vater und Großmutter unterrichtet wurde, besuchte er ab 1828 die Schönberger Bürgerschule, ab 1828 das Lübecker Katharineum, wo er durch gute Leistungen in Mathematik auffiel. Siemens verließ 1834 das Gymnasium trat er in die preußische Armee ein und besuchte die Artillerieschule in Magdeburg. 1835 wurde er Offiziersanwärter und wechselte für drei Jahre an die Berliner Artillerie- und Ingenieurschule, die er 1838 im Rang eines Leutnants verließ. Er nahm seinen Dienst bei der 3. Artilleriebrigade auf, wurde alsbald wegen einer Duellteilnahme zur mehrjähriger Festungshaft verurteilt. Dort konnte er in einem Versuchslabor an elektrischer Galvanisierung forschen. 1842 begnadigt blieb Siemens noch sieben Jahre beim Militär, wobei er für dieses technische Neuerungen entwickelte. Durch die Vermarktung praktischer Erfindungen gelangte er nebenbei zu etwas Geld. Er war zweimal verheiratet und hatte insgesamt sechs Kinder.Die von ihm getätigte Entdeckung des dynamoelektrischen (auch elekrodynamisches Prinzip genannt) war Grundlage zahlreicher Erfindungen. Er war Mitbegründer der 1847 entstandenen Telegraphen-Bau-Anstalt Siemens und Halske, Vorgänger der heutigen Siemens AG. Aus einer kleinen Werkstatt, die neben Telegraphen, Eisenbahnläutwerke, Drahtisolierungen u.v.a.m. herstellte entwickelte sich einer der weltweit größten Elektro- und Technologiekonzerne. Am 6. Dezember 1892 verstarb Werner von Siemens in Berlin und wurde auf dem Alten Luisenfriedhof in Charlottenburg beigesetzt und später in eine Familiengrabanlage auf dem Südwestfriedhof Stahnsdorf umgebettet.

Geschichtliche Entwicklung:

1959 wurde in Frankfurt(Oder) der VEB Halbleiterwerk Frankfurt(Oder) gegründet. Ab 1961 begann man auf einem ehemaligen Militärübungsplatz nahe des Ortsteils Markendorf mit dem Aufbau eines neuen Werks, welches fortlaufend erweitert wurde. Bis 1989 waren über 8000 Mitarbeiter dort beschäftigt. Produziert wurden zunächst bipolare Halbleiter, danach bipolare Schaltkreise, ab Mitte der 1980er-Jahre sogenannte CMOS-Taschenrechnerschaltkreise. Nach den politischen Umbrüchen ab 1989 waren durch das Ende der Abschottung der DDR-Volkswirschaft die Erzeugnisse des Werks unwirtschaftlich und veraltet. Die Suche nach Investoren blieb erfolglos, so das das Werk bzw. seine Nachfolger letztendlich abgewickelt wurde. Auf dem Gelände siedelten sich diverse Mittel- und Kleinunternehmen an. Um diese leichter aufzufinden, beschloss man, allen eine eigene Anschrift zuzuordnen. Das Werkstraßensystem wurde 1993 als öffentliche Straße mit der Bezeichnung Ringstraße gwidmet. Diese wurde 2007 aufgehoben und die einzenen Teilabschnitte erhielten eigene Namen, hauptsächlich nach bedeutenden Naturwissenschaftlern, Technikern, Industriellen, wie hier Werner von Siemens.

Karte: