Witzlebenstraße

Postleitzahl: 15234

Straßenschlüssel: 00436
Witzlebenstraße

Inkraft getreten: 1993

Postleitzahl:

  • 15234

Stadtgebiet:

  • 41 - Nuhnen Vorstadt

Ehemalige Straßennamen:

Erläuterung aktueller Straßenname:

Erwin von Witzleben wurde am 04. Dezember 1881 in Breslau geboren. Witzleben war Militär und wurde zum Widerstandskämpfer gegen das nationalsozialistische Regime. Er stammte aus einer alten Offiziersfamilie. Zunächst besuchte er die Kadettenanstalten in Wahlstatt und Berlin-Lichterfelde. Erwin von Witzleben nahm als Offizier am Ersten Weltkrieg teil. Danach machte er eine erfolgreiche Karriere in der Reichswehr. Von September 1931 bis September 1933 war er im Range eines Oberst Kommandeur des 8. Infanterie-Regiments in Frankfurt (Oder). In dieser Zeit wohnte er in der Hohenzollernstraße. Danach wurde Witzleben Befehlshaber im Berlin-Brandenburger Wehrkreis III und 1938 Heeresgruppenführer in Frankfurt/Main. Im Zweiten Weltkrieg führte er an der Westfront die 1. Armee und wurde zum Generalfeldmarschall befördert. Im März 1942 verlor er jedoch die Funktion als Oberbefehlshaber der Heeresgruppe D in Frankreich. Witzleben stellte sich mit anderen an die Spitze des militärischen Widerstandes. Im Falle des Gelingens des Attentats auf Adolf Hitler durch Claus Graf Schenk von Stauffenberg sollte er den Oberbefehl über die Wehrmacht zu übernehmen. Nach dem Scheitern dieser Pläne verhaftet man ihn und vehängte durch den Volksgerichtshof das Todesurteil über ihn. Am 08. August 1944 wurde Erwin von Witzleben in Berlin-Plötzensee hingerichtet.

Geschichtliche Entwicklung:

Zur Zeit des Wirkens Erwin von Witzlebens in der Infanteriekaserne (Gelbe Kaserne, heute von der Europauniversität genutzt) war diese Straße namenlos und gehörte zum militärischen Komplex. Das blieb auch so nach dem II.Weltkrieg, als die Sowjetarmee in diese Kaserne einzog und bis zum 2.11.1992 dort verblieb. Gelegentlich wurde für die Straße als ,,Fiskalische Straße " bezeichnet, wofür es jedoch weder in Archiven, Adressbüchern noch in alten Stadtplänen Hinweise gibt. Auch die Bezeichnung ,,Prinz-Carl-Straße" dürfte eher militärintern gewesen sein. (Nach ihrem ersten Kommandeur, Prinz Carl von Preußen, nannte man die Truppe auch Prinz-Carl-Grenadiere; Siehe Carlstraße/Fürstenberger Straße) Die in den 1930er-Jahren östlich der Straße entstandenen Wohngebäude wurden von sowjetischen Offiziersfamilien bewohnt. Nach der Wende war der Zustand dieser Häuser so schlecht, dass ein Abriss erfolgte. 1993 erfolgte die Benennung in Witzlebenstraße.

Karte: