Podiumsdiskussion zur Treuhandpolitik in Frankfurt (Oder)

Das Wirken der Treuhandanstalt prägt bis heute die wirtschaftliche Struktur in den neuen Bundesländern. In den 1990er-Jahren legte sie die Grundlage für Eigentumsverhältnisse, Branchenstrukturen und die Kapitalbasis der ostdeutschen Wirtschaft. Ihre Aufgabe war es, rund 9.000 volkseigene Betriebe mit insgesamt 4,1 Millionen Arbeitsplätzen in kürzester Zeit marktwirtschaftlich auszurichten.

Die Folgen dieses Transformationsprozesses sind bis heute spürbar: Millionen Menschen verloren ihre Arbeit und damit ihre wirtschaftliche Existenzgrundlage, da zahlreiche Betriebe privatisiert oder abgewickelt wurden. Insgesamt gingen etwa zwei Drittel der Industriearbeitsplätze in Ostdeutschland verloren. Ein Großteil der Privatisierungen erfolgte zugunsten westdeutscher oder internationaler Investoren.

Die Ausstellung „Schicksal Treuhand – Treuhand-Schicksale“, die noch bis zum 30. April in der Volkshochschule Frankfurt (Oder) zu sehen ist, greift diese Entwicklungen auf und macht ihre Auswirkungen anhand persönlicher Lebensgeschichten erfahrbar.

Begleitend zur Ausstellung findet eine Podiumsdiskussion statt, die sich mit den Folgen der Treuhandpolitik und den sich daraus ergebenden Lehren auseinandersetzt. Der Eintritt ist frei.

Termin: 22. April, 17.00 Uhr

Ort: Volkshochschule Frankfurt (Oder), Raum 1.07

Teilnehmende:

  • Dagmar Enkelmann, Mitglied der Rosa-Luxemburg-Stiftung und Initiatorin der Ausstellung
  • Dr. Martin Wilke, Zeitzeuge und ehemaliger Oberbürgermeister von Frankfurt (Oder)
  • Heinz Kannenberg, Zeitzeuge, Journalist und langjähriger Lokalchef der Märkischen Oderzeitung