Zwischen Leben und Tod – Gedächtnistag in der St.-Marien-Kirche

In Frankfurt (Oder) steht der Internationale Tag der Backsteingotik in diesem Jahr im Zeichen der Begräbnis- und Gedächtniskultur. Unter dem Titel „Aus und vorbei! Oder? – Thementag Gedächtniskultur in St. Marien“ gibt es am Samstag, 20. Juni, zwischen 10.00 und 17.00 Uhr in der St.-Marien-Kirche Frankfurt (Oder) eine Vortragsreihe mit Podiumsdiskussion und anschließenden Führungen und Rundgängen durch Kirchen und den Stadtraum.

Neben Vorträgen zur historischen Entwicklung und der Bedeutung und Bewahrung von Gedächtnisbildern und Grabstätten für die Gesellschaft wird bei der Podiumsdiskussion auch der Umgang mit Tod, Trauer und Erinnerung in unserer Zeit in verschiedenen Religionen und außerhalb davon thematisiert. Die Führungen geben einerseits Einblick in die Restaurierungspraxis des barocken Erbbegräbnisses von St. Marien, thematisieren andererseits die Frankfurter Friedhöfe und weitere Gedächtnisorte.

Eröffnet wird die Veranstaltung um 10.00 Uhr mit einem Grußwort von Oberbürgermeister Dr. Axel Strasser. Es folgen Vorträge von der Historikerin Henriette Brendler zur Geschichte der Begräbniskultur in Frankfurt (Oder) und Professorin Mechthild Noll-Minor zur Rolle der Denkmalpflege beim Erhalt von Gruftanlagen des 17. und 18. Jahrhunderts. Werner Schiffauer, emeritierter Professor der Europa-Universität Frankfurt (Oder), widmet sich in seinem Vortrag der islamischen Version des Antichrist, der laut Überlieferung am Ende der Zeit erscheint.

Am Nachmittag stehen ab 14.00 Uhr bei einer Podiumsdiskussion die Besonderheiten, Entwicklungen und Herausforderungen der gegenwärtigen Gedächtnis- und Erinnerungskultur im religiösen und nicht-religiösen Kontext im Zentrum. Mit dabei sind, neben Moderator Professor Dr. Daniel Illger (Europa-Universität Viadrina), Superintendent Frank Schürer-Behrmann (evangelischer Kirchenkreis Oderland-Spree), Juliane Langsch-Peters (Trauerrednerin), Dr. Magdalena Abraham-Diefenbach (Kulturwissenschaftlerin) und Osman Örs (Imam und Leiter des Bildungsbereiches House of One in Berlin).

Zwischen 15.30 und 16.00 Uhr beginnen dann verschiedene Führungen, u. a. über den Frankfurter Hauptfriedhof. Auch das Bestattungshaus Rost & Rost wird am Nachmittag in der Marienkirche dabei sein und im Seitenschiff Neuheiten aus dem Bestattungswesen zeigen.

Die Teilnahme an allen Programmpunkten – inklusive Mittagsimbiss – ist kostenfrei.

Aufgrund der begrenzten Teilnehmerzahl ist bis Mittwoch, 10. Juni, eine Anmeldung über folgenden Link erforderlich: https://eveeno.com/gedaechtnistag-marienkirche.

Das ausführliche Programm des Gedächtnistages sowie weitere Informationen zur Anmeldung sind auf der Website des Kulturbüros abrufbar.

Auch in den Sommermonaten wird bei längeren Veranstaltungen in der Kirche warme Kleidung empfohlen.

Hintergrund:

Der Tag der Backsteingotik wird vom Verein Europäische Route der Backsteingotik (EuRoB) initiiert, in dem die Stadt Frankfurt (Oder) seit 2012 Mitglied ist. Das diesjährige Veranstaltungsformat ist ein gemeinsames Projekt des Kulturbüros Frankfurt (Oder), der Europa-Universität Viadrina und des Brandenburgischen Landesamtes für Denkmalpflege und Archäologisches Landesmuseums (BLDAM), finanziert und unterstützt vom Förderverein St. Marienkirche.

Kontakt bei Medienanfragen:

Henriette Brendler, Kulturbüro Frankfurt (Oder)

Tel.: 0335 55378334

E-Mail: Marienkirche@kultur-ffo.de