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13.01.2021

Gedenken auch ohne Veranstaltung wichtig

Keine Veranstaltung am Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus

Mit den folgenden Worten wenden sich Oberbürgermeister René Wilke und Wolfgang Neumann, Vorsitzender der Stadtverordnetenversammlung an die Öffentlichkeit:

„Eine der besonders wichtigen Traditionen in unserer Stadt ist die Durchführung einer Veranstaltung zum Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus, jährlich am 27. Januar.

Unter Ägide des Vorsitzenden der Stadtverordnetenversammlung bereitet ein kleiner Kreis engagierter Akteure für diesen Tag jeweils ein interessantes und angemessenes Programm vor, das bei einer üblicherweise gut besuchten Veranstaltung dem hohen Anspruch an Information, Erinnerung und Mahnung gerecht wird, der bis heute mit dem dunkelsten Kapitel der Geschichte unseres Volkes, unseres Landes verbunden ist.

Leider muss auch diese Veranstaltung im Jahr 2021 pandemiebedingt ausfallen. Die aktuellen Herausforderungen gebieten diese Entscheidung ohne jedweden Spielraum. Wir hoffen sehr, dass wir uns im Jahr 2022 zu diesem Anlass mit vielen von Ihnen wiedersehen werden.

Auch ohne eine angemessene Veranstaltung ist es wichtig, dass wir das Gedenken wach halten an die Zeit des Nationalsozialismus, an die vielen Millionen unschuldiger Opfer, die Andersdenkenden, die Andersfühlenden, die Nichtgewollten, die Nichtangepassten, die Militärangehörigen und die Zivilistinnen und Zivilisten. Aber auch grundlegende menschliche Werte wie der Sinn für Kunst und Kultur, das Mitgefühl, die Toleranz oder der gegenseitige Respekt kamen damals in Misskredit. Eine Vorbedingung, um staatlich sanktionierten Mord durchführen zu können und eine Tendenz, die heute neu aufflammt.  

Gerade jetzt, in der Zeit einer weltumfassenden Pandemie, dürfen wir nicht vergessen, dass Fehlinformation, Intoleranz, Feindseligkeit untereinander und Mitläufertum eine Entwicklung vorantreiben, die schlimmstenfalls dort endet, wo viele Protestierende unserer Zeit sich irrtümlich bereits wähnen: in einer menschenverachtenden Diktatur.

Vergessen wir nie, dass zum Faschismus nicht nur eine verbrecherische Regierung gehört, sondern auch innerhalb der Bevölkerung eine große Zahl an Menschen, die sich mit einfachsten Halb- und Unwahrheiten aufwiegeln lassen, demokratische Institutionen in Frage stellen, sie sogar erstürmen und außer Kraft zu setzen versuchen. Stehen wir fest zusammen gegen antidemokratische Tendenzen und als Meinung getarnte Angriffe auf unser Gemeinwesen! Nicht nur am 27. Januar, aber an diesem Tag bitte noch etwas bewusster als sonst.“