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02.03.2017

Frankfurt (Oder) und Słubice aus japanischer Sicht

Die Doppelstadt konnte am gestrigen Mittwoch Gäste aus Fernost begrüßen. Zu Besuch im Frankfurt-Słubicer Kooperationszentrum war Goro Christoph Kimura. Der Professor für Linguistik an der Sophia-Universität in Tokio forscht seit fünf Jahren über die Entwicklung von Zweisprachigkeit in der deutsch-polnischen Grenzregion. 2012/2013 lebte er als Gastdozent der Europa-Universität Viadrina ein Jahr lang mit seiner Familie in Frankfurt (Oder), seine Kinder besuchten hier die Schule. Prof. Kimura spricht fließend Deutsch und Polnisch und verfolgt seither sehr genau die Entwicklung in Frankfurt (Oder) und Słubice. Dieser Tage war er mit Kollegen und Studierenden auf Deutschland-Tour, um die Entwicklung von Zweisprachigkeit in verschiedenen deutschen Grenzregionen unter die Lupe zu nehmen.

„Es ist sehr interessant zu sehen, wie sich Frankfurt und Słubice in den letzten Jahren entwickelt haben. Die grenzüberschreitende Verflechtung nimmt zu, auch das Interesse an der Sprache des Nachbarlandes“, stellte Prof. Kimura fest. Seine Kollegin Naoko Sano von der Universität Nagoya zeigte sich beeindruckt von der Vielzahl der Projekte, mit denen die Stadtverwaltung und andere Einrichtungen beider Seiten die Grenzlage gezielt für eine aufeinander abgestimmte Entwicklung beider Städte nutzen. „Ein gutes Beispiel dafür ist die grenzüberschreitende Buslinie 983. Der Bus war komplett voll, als ich damit fuhr. Und in der Deutsch-Polnischen Tourist-Information im Bolfrashaus habe ich alles über die Region auf beiden Seiten der Oder erfahren.“

Auf besonderes Interesse stießen bei den japanischen Wissenschaftlern aktuell geplante Projekte beider Städte zum Erlernen der Nachbarsprache in den Schulen. Im Rahmen des im Januar von der RAA Brandenburg beantragten Interreg VA-Projekts „Netzwerk Nachbarsprache“ streben Frankfurter und Słubicer Schulen an, ihr Lernangebot der Nachbarsprache auszubauen. „Unser zweites großes Vorhaben, die Einrichtung einer deutsch-polnischen, bilingualen Grundschule ist nach dreijährigem Vorlauf in den Mühen der Ebene angelangt und kommt nur langsam weiter“, erklärten Katrin Becker und Sören Bollmann vom Frankfurt-Słubicer Kooperationszentrum. Prof. Kimura hatte einen Rat für das Projekt: „Nach Vergleichen vieler ähnlicher Projekte in verschiedenen europäischen Grenzregionen hat sich ein entscheidender Faktor herauskristallisiert, der signifikant zu einem zeitnahen Erfolg beiträgt. Das ist das Interesse und der Druck der Eltern, die sich für ihre Kinder eine solche Schule wünschen.“