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Erlaubnis zum Führen der Berufsbezeichnung Erteilung Erzieherin oder Erzieher mit Berufsqualifikation aus dem Ausland
[Nr.99150001001037 ]

Der Beruf der Erzieherin bzw. des Erziehers ist in Deutschland durch die einzelnen Bundesländer reglementiert. Das heißt, Sie dürfen in diesem Beruf im Land Brandenburg nur dann arbeiten, wenn Sie eine formale Berechtigung zum Führen der Berufsbezeichnung „Staatlich anerkannte Erzieherin“/“Staatlich anerkannter Erzieher“ haben. Um diese Berechtigung zur erhalten, muss Ihre ausländische Berufsqualifikation vom Bundesland Brandenburg staatlich anerkannt werden. Dies geschieht auf Antrag beim Staatlichen Schulamt Cottbus.

Einen Antrag können alle Personen stellen, die in Ihrem Herkunftsland qualifiziert sind, als Erzieherin bzw. Erzieher zu arbeiten. Es ist unwichtig, welche Staatsangehörigkeit Sie besitzen oder in welchem Land Sie Ihre Qualifikation erworben haben. Ein Antrag kann auch aus dem Ausland gestellt werden. Sie müssen aber die Absicht haben und ggf. dokumentieren in Brandenburg tätig zu werden. 

Rechtsgrundlage(n)

Erforderliche Unterlagen

Bewertung Ihrer Qualifikation (Bewertung der Gleichwertigkeit) sind folgende Unterlagen nötig:  

  1. eine tabellarische Aufstellung der absolvierten Ausbildungsgänge und der ausgeübten Erwerbstätigkeiten in deutscher Sprache;
  2. ein Identitätsnachweis (zum Beispiel Pass oder Personalausweis);
  3. im Ausland erworbene Ausbildungsnachweise mit Fächer- und Notenübersicht in Kopie mit einer entsprechenden Übersetzung in deutscher Sprache,
  4. Nachweise über einschlägige Berufserfahrungen und sonstige Befähigungsnachweise (zum Beispiel Bescheinigungen über Weiterbildungen), sofern diese zur Feststellung der Gleichwertigkeit erforderlich sind (bei fremdsprachigen Nachweisen mit einer entsprechenden Übersetzung in deutscher Sprache),
  5. im Fall von § 9 Absatz 1 Nummer 2 BbgBQFG eine Bescheinigung über die Berechtigung zur Berufsausübung im Ausbildungsstaat (bei fremdsprachigen Nachweisen mit einer entsprechenden Übersetzung in deutscher Sprache),
  6. eine Erklärung, ob und bei welcher Stelle bereits ein Antrag auf Feststellung der Gleichwertigkeit gestellt wurde,

ein gegebenenfalls erteilter Bescheid eines anderen Landes (bei fremdsprachigen Nachweisen mit einer entsprechenden Übersetzung in deutscher Sprache) und

ein Nachweis, dass Sie eine Ihrer Berufsqualifikation entsprechende Erwerbstätigkeit im Land Brandenburg ausüben wollen (z. B. Nachweis der Beantragung eines Einreisevisums zur Erwerbstätigkeit, Nachweis der Kontaktaufnahme mit potenziellen Arbeitgebern)

Die Zeugnis- und Berufsdokumente sind als amtlich beglaubigte Kopien und von einem/einer bei deutschen Gerichten beeideten Übersetzer/in einzureichen.

 

Zum individuellen Nachweis der Voraussetzungen für die Erteilung der staatlichen Anerkennung sind dem Antrag folgende Dokumente beizufügen:   

  1. ein Identitätsnachweis (zum Beispiel Pass oder Personalausweis);
  2. ein Nachweis oder der Bescheid über die Feststellung der Gleichwertigkeit Ihrer Qualifikation oder Kenntnisstandes;
  3. ein Nachweis der persönlichen Eignung/Zuverlässigkeit: entweder ein Dokument der zuständigen Behörde in Ihrem Herkunftsland (zum Beispiel Führungszeugnis oder ein Auszug aus dem Strafregister) oder ein deutsches Führungszeugnis (nach § 30 Bundeszentralregistergesetz), wenn Sie bereits in Deutschland leben;
  4. Nachweis der gesundheitlichen Eignung: entweder eine ärztliche Bescheinigung/eine vergleichbare Bescheinigung Ihres Herkunftslandes oder eine deutsche ärztliche Bescheinigung, wenn Sie bereits in Deutschland leben;
  5. Nachweis über die zur Berufsausübung erforderlichen Kenntnisse der deutschen Sprache: Zertifikat über deutschen Sprachkenntnisse auf dem Niveau B2 (z. B. Goethe-Institut-Zertifikat B2) des Gemeinsamen Europäischen Referenzrahmens für Sprachen.

Die Unterlagen unter 3 und 4 dürfen nicht älter als drei Monate sein .

Die Unterlagen zu den Nummern 1, 3 und 4 müssen Sie in amtlich beglaubigter Kopie und als Übersetzung in deutscher Sprache vorlegen. Die Übersetzungen sind von öfftentlich bestellen oder beeidigten Dolmetschern oder Übersetzern zu erstellen.

Voraussetzungen

- einen Antrag auf Prüfung der Gleichwertigkeit und Erteilung der staatlichen Anerkennung als Erzieherin oder Erzieher können alle Personen stellen, die in Ihrem Herkunftsland qualifiziert sind, als Erzieherin bzw. Erzieher zu arbeiten;

- es ist irrelevant, welche Staatsangehörigkeit Sie besitzen oder in welchem Land Sie Ihre Qualifikation erworben haben;  

- die staatliche Anerkennung für den Beruf „staatlich anerkannte Erzieherin"/„staatlich anerkannter Erzieher" wird erteilt, wenn Sie folgende Voraussetzungen erfüllen:

  1. Ihre ausländische Berufsqualifikation entspricht dem Ausbildungsabschluss im Fachschulbildungsgang der Fachrichtung Sozialpädagogik in Brandenburg, einschließlich einer integrierten praktischen Ausbildung; d.h. Ihre ausländische Qualifikation ist gleichwertig undes bestehen keine wesentlichen Unterschiede gemäß § 9 Abs. 1 BbgSozBerG.
  2. Sie sind gemäß §§ 12 und 13 BbgSozBerG persönlich und gesundheitlich geeignet, um in der Lage den Beruf auszuüben.

Sie besitzen Kenntnisse der deutschen Sprache, die für diesen Beruf erforderlich sind.

Kosten (Gebühren, Auslagen,etc.)

Verwaltungsgebühr 65,- EUR

(Verordnung über die Gebühren für öffentliche Leistungen im Geschäftsbereich des Ministeriums für Bildung, Jugend und Sport (Gebührenordnung MBJS - GebOMBJS) vom 22.Mai 2020 (analoge Anwendung der Tarifstelle 4.2.1)

Verfahrensablauf

Die Erteilung der staatlichen Anerkennung beantragen Sie beim Staatlichen Schulamt Cottbus als zuständige Behörde. Die Erteilung der staatlichen Anerkennung setzt die Feststellung der Gleichwertigkeit voraus. Das heißt, zuerst wird Ihre Qualifikation geprüft, dann die sonstigen Voraussetzungen für die staatliche Anerkennung.

1. Sie stellen einen schriftlichen Antrag samt aller erforderlichen Unterlagen und richten Ihn an das Staatliche Schulamt Cottbus

2. Es wird innerhalb eines Monats geprüft, ob Ihre Unterlagen vollständig eingereicht wurden. Wenn das nicht der Fall ist, werden Sie schriftlich aufgefordert, die entsprechenden Dokumente postalisch nachzureichen.

3. Wenn die Unterlagen vollständig vorliegen, wird Ihre ausländische Ausbildung auf Gleichwertigkeit geprüft. Das heißt, man prüft, ob Ihre Ausbildung dem Ausbildungsabschluss im Fachschulbildungsgang der Fachrichtung Sozialpädagogik entspricht. Die Prüfung sieht folgende Schritte vor:

a) Prüfung Ihrer ausländischen Ausbildung bezüglich:

  • Überschneidungen bzw. Unterschiede in den Ausbildungsinhalten
  • Dauer der Ausbildung
  • Berechtigung zur Arbeit in diesem Beruf in dem Staat, in dem Sie Ihre Ausbildung absolviert haben

b) Prüfung Ihrer bisherigen beruflichen Tätigkeit (zum Beispiel auf der Grundlage Ihres Arbeitsbuches oder Ihrer Arbeitszeugnisse)

Es wird geprüft, ob und über welche Berufserfahrungen (im Ausland/in Deutschland) Sie in einschlägigen Arbeitsfeldern einer staatlich anerkannten Erzieherin oder eines Erziehers verfügen.

4. Danach werden sonstige Voraussetzungen geprüft (Sprachkenntnisse, persönliche und gesundheitliche Eignung).

 

Folgende Ergebnisse sind möglich und werden Ihnen in einem Bescheid schriftlich mitgeteilt:  

1. Feststellung der Gleichwertigkeit und Anerkennung

Wenn es keine wesentlichen Unterschiede zwischen Ihrer ausländischen Ausbildung und der deutschen Ausbildung (Fachschulbildungsgang der Fachrichtung Sozialpädagogik in Brandenburg) gibt, wird die Gleichwertigkeit bescheinigt. Wenn Sie zusätzlich die persönliche und gesundheitliche Eignung sowie die erforderlichen Sprachkenntnisse nachweisen (Sprachkenntnisse auf dem Niveau B2 des Gemeinsamen Europäischen Referenzrahmens für Sprachen), bekommen Sie die staatliche Anerkennung erteilt. Für die Erteilung der staatlichen Anerkennung wird eine Verwaltungsgebühr in Höhe von 65,- EUR erhoben, dies wird Ihnen in einem Gebührenbescheid schriftlich mitgeteilt. Nach der Zahlung der Verwaltungsgebühr wird Ihnen eine Urkunde über die staatliche Anerkennung übersandt. Damit sind Sie berechtigt, die Berufsbezeichnung „Staatlich anerkannte Erzieherin“/“Staatlich anerkannter Erzieher“ zu führen.   

2. Feststellung wesentlicher Unterschiede

Wenn es wesentliche Unterschiede zwischen Ihrer ausländischen Ausbildung und der deutschen Ausbildung (Fachschulbildungsgang der Fachrichtung Sozialpädagogik) gibt, wird geprüft, ob Sie diese Unterschiede eventuell durch Ihre bisherige einschlägige Berufserfahrung oder Weiterbildungen ausgleichen können. Wenn das nicht der Fall ist, können Sie die festgestellten Unterschiede durch die Absolvierung eines Anpassungslehrgangs oder das Ablegen einer Eignungsprüfung ausgleichen.

Den Inhalt eines Anpassungslehrganges oder einer Eignungsprüfung legt die zuständige Behörde individuell fest. 

  • Anpassungslehrgang: Im Land Brandenburg gibt es keine standardisierten Anpassungslehrgänge, sondern, individuell zugeschnittene Ausgleichsmöglichkeiten. So ist zum Beispiel eine Absolvierung von angeleiteten Praktika möglich. Die Dauer des Anpassungslehrgangs hängt vom Einzelfall ab. Er dauert höchstens drei Jahre. 
  • Eignungsprüfung: Eine Eignungsprüfung ist eine Prüfung, in der man Ihre Befähigung für den Beruf der staatlich anerkannten Erzieherin/des staatlich anerkannten Erziehers prüft. Eine Eignungsprüfung ist keine neue Abschlussprüfung.  Die Eignungsprüfung bezieht sich nur auf die festgestellten wesentlichen Unterschiede.

Sie haben die Wahl, ob Sie einen Anpassungslehrgang oder eine Eignungsprüfung absolvieren möchten. Für die Absolvierung einer Ausgleichsmaßnahme sind ebenfalls Deutschkenntnisse auf Sprachniveau B2 erforderlich. Einen entsprechenden Nachweis müssen Sie   in der Regel vor Beginn einer Ausgleichsmaßnahme vorlegen.

Wenn Sie die Ausgleichsmaßnahme erfolgreich absolvieren und die Nachweise darüber schriftlich beim Staatlichen Schulamt Cottbus einreichen, wird die Gleichwertigkeit zwischen Ihrer ausländischen Ausbildung und dem Fachschulbildungsgang der Fachrichtung Sozialpädagogik in Brandenburg schriftlich bescheinigt. Wenn Sie zusätzlich die persönliche und gesundheitliche Eignung sowie die erforderlichen Sprachkenntnisse nachweisen, bekommen Sie die staatliche Anerkennung als Erzieherin oder Erzieher erteilt.

Für die Erteilung der staatlichen Anerkennung wird eine Verwaltungsgebühr in Höhe von 65,- EUR erhoben, dies wird Ihnen in einem Gebührenbescheid schriftlich mitgeteilt. Nach der Zahlung der Verwaltungsgebühr wird Ihnen eine Urkunde über die staatliche Anerkennung übersandt. Damit sind Sie berechtigt, die Berufsbezeichnung „staatlich anerkannte Erzieherin“/„staatlich anerkannter Erzieher“ zu führen.

3. Ablehnung

Wenn es keine Gleichwertigkeiten zwischen Ihrer ausländischen Ausbildung und dem Fachschulbildungsgang der Fachrichtung Sozialpädagogik in Brandenburg gibt, wird Ihr Antrag abgelehnt und dies in einem Bescheid mitgeteilt.

Bearbeitungsdauer

- wenn die Unterlagen vollständig vorliegen, wird innerhalb von drei Monaten über die Gleichwertigkeit entschieden;

- davon ausgenommen sind die Zeiträume, die durch geeignete Verfahren zur Ermittlung der beruflichen Fertigkeiten, Kenntnisse und Fähigkeiten entstehen; beispielsweise um Einordnungen und Bewertungen zu Zeugnis- und Urkundendokumenten bei externen Gutachtenden, wie der Zentralstelle für ausländisches Bildungswesen (ZAB), einzuholen

Fristen

- für Sie als Antragstellende/r gibt es keine Fristen, die zu wahren sind; werden erforderliche Dokumente nicht vorgelegt, ergehen zwei Aufforderungen, anschließend wird nach Aktenlage entschieden oder der Antrag gemäß § 15 BbgBQFG abgelehnt.

- der Anpassungslehrgang bzw. die Ausgleichsmaßnahmen müssen innerhalb von drei Jahren abgeschlossen sein

- sowohl der Nachweis über die persönliche Eignung als auch der Nachweis über die gesundheitliche Eignung dürfen zum Zeitpunkt der Erteilung der staatlichen Anerkennung nicht älter als drei Monate sein

Formulare/Schriftformerfordernis

Onlineverfahren möglich: nein

Schriftform erforderlich: ja

Persönliches Erscheinen nötig: nein